Leeres Notizbuch

Was schreibst du denn so?

Bei manchen Sachen bietet es sich einfach an, sie mit der Hand zu schreiben. Einkaufszettel. Kurze Nachrichten an Mitmenschen. Der schnelle Post-it, um irgendwas nicht zu vergessen. Briefumschläge oder Postkarten.

Aber darüber hinaus schreiben die meisten eher weniger mit der Hand – vielleicht auch, weil im alltäglichen Leben überhaupt nicht so viel geschrieben wird. Ausnahmen sind vielleicht Schüler*innen oder Studierende, aber sonst?

Dabei wäre es für sehr, sehr viele Menschen von Vorteil, mehr mit der Hand zu schreiben.

Zum Beispiel täglich ein paar Sätze darüber aufschreiben, was Gutes passiert ist an diesem Tag. Oder notieren, wofür ich dankbar bin, was ich zu schätzen wusste an diesem einen Tag. Dabei geht es nicht um das große Ganze, sondern um die kleinen Dinge, die jeden Tag passieren, denn die werden zu leicht vergessen – obwohl sie es doch sind, die massenweise vorkommen.
Der Sonnenaufgang auf dem Weg zur Arbeit war besonders leuchtend. Das Kind hat freiwilligdie Spülmaschine ausgeräumt!?! Ich habe 20 Cent auf dem Boden gefunden! Jemand hat was Nettes gesagt über mein Shirt, meine neue Frisur, meine Brille oder etwas, was ich gemacht habe!

Es gibt sogar mittlerweile jede Menge Studien (wenn ich sie demnächst finde, verlinke ich auch mal ein paar davon), die die positiven Auswirkungen solcher Techniken belegen. Menschen, die regelmäßig so etwas tun, sind insgesamt entspannter und zufriedener in ihrem Leben und das wiederum wirkt sich positiv aus auf die Gesundheit. Besseres Immunsystem, niedrigerer Blutdruck, solche Dinge, die sogar wirklich messbar sind.

Nun der Bogen zum Anfang: Warum muss ich das von Hand schreiben? Kann ich das nicht auch in mein Telefon tippen oder in meinen Computer?
Natürlich geht das, und es wird vermutlich ebenfalls einen positiven Effekt haben. Bevor also gar nichts in der Richtung geschieht – lieber elektronisch aufschreiben! Das geht schneller und zwischendurch – sogar auf der Toilette oder im Bus.

Aber es ist schon etwas Besonderes dabei, wenn ich ein schönes Notizbuch zur Hand nehme, mir meinen Lieblingsstift oder einen Füller mit toller Tinte heraussuche und Buchstaben auf das Papier setze. Die Verbindung ist direkter, zwischen Gehirn und Hand – zumindest für mein Empfinden. Ich kann noch eine kleine Skizze hinzufügen (die auch nicht schön sein muss!) oder Herzchen malen. Oder GROSS schreiben, wenn mir danach ist. Oder quer auf eine Seite. Oder diesen einen Zettel einkleben, den mir jemand hinterlassen hat.
Und das Gefühl, später durch das Buch zu blättern und zu schauen, was ich ein diesem einen Tag im Oktober Schönes aufgeschrieben habe, ist für mich auch unschlagbar, besonders wenn ich einen schlechten Tag habe und allzu viele dunke Wolken um mich herum sehe.

Probiert es mal aus und erzählt mir gern davon. 🙂

 

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